WARNKUSS
Leseprobe



La vie amour


Es ist faszinierend ihr zuzusehen, wie sie da liegt. Nackt. Ihr goldener Körper wird sanft von den Sonnenstrahlen gekitzelt. Langsam treten kleine Tröpfchen aus ihren Poren. Manche vereinigen sich zu einem kleinen Fluß, der sich seinen Weg über den bebenden Körper sucht. Sie atmet langsam. Ihr Hauch weht leicht über das Kissen.
Leben. Tod.
Der kleine Tod. Es ist jedesmal wunderschön ihn mit ihr zu erleben. Vorhin war es besonders schön, in der Hitze des Sommers. Die Luft schwülwarm, dick. Das Zimmer riecht nach Schweiß, Blut und Feuer. Ihr Schlaf ist engelhaft. Fertig von der Liebe. Sie ist in meinen Armen eingeschlafen. Dieses Gefühl von Schutz und Geborgenheit, tiefen inneren Friedens, wie ein Baby im Schoß der Mutter. Warm.
Die Gardinen wehen mit dem Wind. Durchs Fenster sieht man den blauen Himmel, ein, zwei Wolken. Man hört fast gar nichts, aus der Ferne die Zivilisation. Aus der Nähe, die Vögel, die ihre Freiheit besingen. Schönheit. Wahre Schönheit sieht man nur in der Liebe.
Die Liebe für alles, was man haben will, aber nie bekommen kann. Der Sinn des Lebens, meines Lebens, ist die Liebe. Jetzt. Personifiziert durch das Wesen, welches mir vorhin noch mit ihren tiefen blauen Augen den Schmerz gegeben hat.
Den Schmerz des Vergessens. Ich liebe es zu philosophieren, in Anbetracht der Schönheit, die um mich herum existiert. Die Natur und all ihre Geschöpfe, und mittendrin sind wir. Die Hölle öffnet sich an dem Tage wieder, wo sich ihr Herz mir verschließt. Es ist der bittere Geschmack der Abhängigkeit, der mir jedesmal in den Mund stieß, wenn wir wieder einmal miteinander im Argen lagen. Doch Streit ist auch gut für die Seele.
Es ist wichtig, daß man das Gleichgewicht behält. Yin und Yang. Zuviel Gutes ist böse.
Das Gefühl der Liebe wird eines Tages taub, wenn man den Schmerz nicht zu schätzen weiß.
Ich frage mich, was die Zukunft bringen wird. Sie räkelt sich im Laken, das sich an ihren Schenkeln verklebt hat und mich eifersüchtig machen will, durch seine Nähe zu ihrem Tempel. Aber schon bald wird es den Kampf aufgeben, als sich die Fasern spannen, und sie es mit einer Leichtigkeit zur Seite schiebt. Ihr Haar, ihr langes blondes Haar, ich gerate ins Schwärmen, wenn ich es sehe. Leicht seufzend wechsele ich meine Position, steh langsam vom Bett auf, daß ich ihren heiligen Schlaf nicht störe. Ich gehe zum Kühlschrank und nehme mir die eiskalte Flasche Selters, drücke sie mir an meine Stirn, damit ich einen kühlen Kopf bewahre. Wahnsinn, wie alles anfing. Ich bin glücklich, aber zufrieden nicht. Niemals.
Es heißt nicht umsonst ZUFRIEDEN sein! Jeder Tag ist eine neue Herausforderung zum Leben. Ich glaube, ich lege mich gleich noch mal hin, um später neben ihr aufzuwachen.
Zu träumen... Meine Betty !
Mein alter Herr machte wieder einmal Streß, daß ich keinem gepflegtem Beruf nachgehe. Er sagte, ich solle aufhören auf der faulen Haut zu liegen, doch nichts, was ich anpacke, macht mir richtig Spaß. Nach ein paar Tagen Maloche höre ich dann auf, weil ich mir selbst zu schade bin. Ich fühle mich so leer, und ich stehe mir selbst im Weg. Meine eigene Untätigkeit kotzt mich dann so an, daß ich dann wieder nach einem beschissenen Job Ausschau halte.
Die Kohle kommt immer irgendwo rein, ich lebe gerade so, daß sich meine Bank nur alle vier Wochen meldet. Alle hängen sie mir in den Ohren, ich solle was vernünftiges machen, aber durch immer mehr Druck, weiß ich immer weniger, in welche Richtung es mich ziehen soll. Ich kann soviel machen, aber irgendwie sag ich mir selber, daß der Zeitpunkt noch nicht der richtige ist. Aber ich bin ja auch noch jung, gehe langsam auf die 30 zu. Es ist alles noch offen. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ sagte mal ein berühmter Politiker.
Es ist nie zu spät. Manchmal frage ich mich, wo das alles hinführen wird. Brauche ich Ruhm und Geld um glücklich zu sein ? Oder ist es nicht besser, sich mit dem glücklich zu schätzen, was man hat ? In meiner Bescheidenheit fühle ich mich derzeit mit dem wenigen, was ich habe, ganz wohl. Aber das darf nicht alles sein. Man sollte nicht auf einer Stelle stehen bleiben. Man sollte immer das Beste daraus machen, sich weiter entwickeln.
Wer sich zufrieden gibt, ist schon halb tot. Jede Entscheidung zählt. Da sitz ich nun, schaue mir die Leute an. Hastend. Irrend. Ich trinke ruhig meinen Kaffee im Laden, warte, bis es Zeit ist, mich wieder einmal vorzustellen. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Ich bin es so leid. Betty hat wenigstens einen Job, einen der keinen Spaß bringt, aber wenigstens genug Kohle, um ihr Studium zu finanzieren. Mein Studium habe ich schon lange aufgegeben ohne daß ich es mir zugestehen will. Orientierungslos wie ich war, umherirrend, wie die Leute da draußen.
Der Typ grinst mich so unverhohlen an, wie eine Raubkatze sein Fressen. Diese Macht, die sie ausstrahlen wollen, nur weil sie Leute einstellen und rausschmeißen können, Gratifikationen austeilen und streichen können, sie kotzen mich an. Der Typ merkt auch sehr schnell, daß ich nicht unbedingt auf ihn und seine Drecksarbeit angewiesen bin. Meine natürliche, süße Arroganz, die ich ihm mit voller Wucht entgegenschleudere, sobald diese Machtspielchen anfangen. Ein netter, kleiner Krieg, den man mit aufrechten Haupt verlieren kann, ohne daß man etwas daläßt. Ach, wie schön die Luft nach Freiheit schmeckt.
Werde ich halt woanders mein Glück versuchen.
- „Nik“, schrie jemand. „He, Nik. Warte mal!“
Es war ein alte Freundin von mir, Nomi, die dort rumjaulte, zu laut, so daß sich alle nach mir umdrehten. Es war mir immer wieder peinlich, wenn man meinen Namen auf offener Straße rumschrie, aber jetzt konnte ich in der Menschenmenge nicht mehr fliehen.
Es wäre so einfach hinabzutauchen.
- „Nik, schön, daß ich dich wiedersehe, hab dich ja schon lange nicht mehr besucht. Wie geht’s dir ?“
Schnell erklärte ich ihr, daß ich nicht besonders gut drauf sei und daß so`n Arsch mich nicht einstellen wollte, weil er einen kleinen Schwanz hatte und mit seinem Lineal rumfuchtelte, als wäre es seine Penisverlängerung gewesen und mich beinahe abstechen wollte, als ich nicht von seinem tollen Saft trinken wollte. Damit hatte ich erstmal ihrer guten Laune einen Kinnhaken gegeben, von dem sie sich nicht so schnell erholen sollte. Schließlich konnte sie mit ihrem irren Geschrei die halbe Straße unterhalten. Trotzdem gelang es ihr, mich in ein Café zu bugsieren, wo wir weiterplaudern konnten. Ich hatte genug Zeit, und vier Uhr nachmittags war auch eigentlich schon früh genug für ein erstes Bier.
- „Du, weißt du schon, daß ich einen neuen Typen kennengelernt habe? Letzten Monat war ich mit Tina in der Disco, da habe ich diesen süßen Kerl kennen gelernt. Den mußt du sehen, ihr würdet euch bestimmt gut miteinander verstehen.“
Ich kannte Nomis Typen. Am Anfang war alles toll und nach spätestens zwei, drei Monaten verließen diese dummen Geschöpfe sie und alles fing von vorne an. Die meisten von denen hatten vor einer bemutternden Freundin Angst oder waren Drogies oder schizophren oder alles zusammen. Aber sie scheint diese Typen anzuziehen wie Fliegen...
- „Ich bin nächsten Donnerstag zu Majas Party eingeladen, sie hat nach dir gefragt, ob du auch kommst. Du könntest natürlich auch deine Freundin mitbringen, meinte sie.“
- „Oh, wie gnädig. Ich weiß noch nicht. Ich muß mal schauen, ob nicht Betty an diesem Abend arbeiten muß. Außerdem sind mir immer zu viele Asis bei Majas Parties, ich mag es lieber etwas gepflegter.“
- „Ich glaube nicht, Maja hat mit den meisten von denen keinen Kontakt mehr. Sie will nur mit uns und ein paar anderen Leuten, die ich noch nicht kenne, mal wieder feiern. Dabei kommt dann auch mein neuer Schwarm.“
- „Also doch Drogenabhängige!“
- „Nein, nein, die kiffen vielleicht nur ab und zu, aber sonst sind die ganz okay.“
Mit ihren glitzernden Augen schaute sie mich an, und ich wußte, ich kam nicht drumrum ihr diesen Gefallen abzuschlagen, da ich so schon zu wenig Zeit für meine Freunde hatte, um die Beziehungen aufrecht zu erhalten. Außerdem wäre es vielleicht ganz nett, wieder einmal mit Betty auf eine Party zugehen, da wir nicht allzu oft ausgingen. Ich versprach ihr dann, sie nochmals anzurufen, sobald ich mit Betty darüber gesprochen habe und daß sie uns schon ruhig mal bei Maja anmelden könne.
Ich zischte mein Bier runter und ging leicht vernebelt auf die Straße hinaus. Aus dem Duft der Freiheit ist ein beklemmender Geruch aus Abgasen und Rauch geworden, der mir auf den Magen schlug. Ich kam mir vor wie ein Penner, der nur zum Saufen nach draußen geht, um besoffen wieder heimzukehren.
Wieder keinen Job in der Tasche, aber mit Freunden auf Parties gehen, dachte ich mir. Scheiße, sie werden mich wieder alle ausfragen, was ich so mache, allen voran Nomi´s neuer Freund. Normalerweise gehe ich den Leuten lieber aus dem Weg, aber egal, werde ich halt wieder den supercoolen Typen spielen, der rumsteht und `ne nette Miene macht. Immerhin gibt es genug Typen, die sich interessant machen wollen, wenn sie bei mir in der Nähe sind. Wichser. Alle nur auf der Suche nach’m geilen Fick, der sie glücklicher macht. PAH!
Wenn ich nur an meine „Freunde“ denke, die, wie die Aasgeier in den Pinten hinter meinem Rücken stehen und nur darauf warten, daß was für sie abfällt. Meine Schnäppchenficker.
Aber das ist auch schon lange her. Ich gehe kaum noch mit meinen Freunden weg, seit ich mit Betty zusammen bin. Ich gehöre eher zu den Menschen, die ihre Freunde benutzen, um an ihr Ziel zu kommen. Sie haben dann genau soviel Spaß. Mit den Jungs war ich nur auf Achse, um an Frauen ranzukommen. Damals waren die Kneipen mein Zuhause. Das Problem ist allerdings auch, daß die Jungs nicht so die Partyhengste sind, außer vielleicht Benny.
Mit ihm hatte ich letztes Jahr viel Spaß. Er ist quasi der einzige, der es versteht richtig Spaß mit Frauen zu haben. Gott, haben wir die verarscht! Aber die meisten waren es auch nicht wert. Manche waren wie wir, nicht erwähnenswert, und manche nur Schwanzfutter.
Aber seit ich wieder eine richtige Beziehung habe, ist mein Leben ruhiger geworden.
Die einzigen Exzesse, die jetzt noch stattfinden, sind die im Ehebett. Ich meine, daß ich zu den Männern gehöre, die nur eine Frau brauchen. Eine, auf die man sich vollends konzentrieren kann. Eine, von der man wahre Liebe verlangen kann. Eine, von der man weiß, daß sie das wilde Tier in einem bändigen kann.
Zuhause angekommen, brauchte ich erstmal was zu trinken. Der muffige Gestank in meiner Küche, war wiedermal extrem. Irgendwie riecht jede Küche anders, meine jedoch immer nach dem Fett, mit dem ich mir meine Steaks und das andere Zeug zubereite. Ich ging zum Fenster und ließ erstmal frische Luft in meine Bude. Die Scheiben könnten auch mal wieder gesäubert werden, aber ich war zu faul. Es wird eh immer früher dunkler, da lohnt es sich nicht mehr nach draußen zu schauen. Ich sah, wie die Bäume sich schon von ihren Kindern verabschiedet haben, zusammengetürmt alle vier Meter hoch zu braunen Hügeln. Nur ein paar klebten an den Wagen und im Rinnstein. Eine alte Frau schleppt sich mühsam mit ihren Tüten den Trottoir entlang. Wo bloß ihr Mann ist, frage ich mich oder die aufmerksamen Pfadfinderskinder, die ihr helfen könnten. Vielleicht würde sie ein oder zwei Euro geben, wenn man ihr die Sachen nach Hause schafft. Man dürfte dann auch den Fiffi streicheln oder eine Limo trinken. Aber heute sind die Kleinen alle Gauner, heute kann man keinem mehr vertrauen. Vielleicht versucht aber die alte Hexe auch, den vielen Schnaps, versteckt in ihren Taschen, ins Altersheim zu schmuggeln. Ob die Omis und Opis heimlich nachts auf den Gängen feiern ?
Nach dem nächsten Schluck meines wohltuenden Gebräus war sie auch schon verschwunden. Mein Atem kristallisierte fast schon bei dieser kalten Witterung. In ungefähr drei Stunden würde Betty nach Hause kommen. Ich wartete in meinem Sessel vor dem Fernseher und schaute mir einen alten Film an, bis mir irgendwann die Augen zufielen.
PENG! Erschrocken wachte ich auf. Was war das ? Ich beugte mich nach vorne und sah, wie ich im Schlaf die Flaschen aneinander gestoßen haben mußte. Etwas von dem Bier ist auf dem Teppich ausgelaufen. Mist, dachte ich, gerade auf den neuen Teppich für 150 Euro. Schnell raffte ich mich auf, um in der Küche einige Lappen zu holen. Beim Wischen fiel mir auf, daß der Film schon zu Ende war, und daß bald Betty kommen würde.
Verdammt, und der ganze Teppich stinkt nach Bier. Betty kam aber erst anderthalb Stunden später und sie war sehr müde, weil sie wieder mal Überstunden machen durfte. Der Fleck war kaum noch zu sehen, sie bemerkte gar nicht den Geruch, als sie im Schlafzimmer verschwand, wahrscheinlich war sie schon zu sehr daran gewöhnt. An diesem Abend hatte ich gar nichts mehr von ihr, innerhalb von zehn Minuten war sie eingeschlafen. Früher hätte ich sie wenigstens noch mal massiert, aber diese Jahreszeit macht alles kaputt.
Scheiß Herbst, scheiß Depressionen.
Am Tag der Party gab es wiedermal vorher Streß zwischen uns, wegen einer Lapalie. Die Stimmung war fast dahin, aber ich wußte, daß wir noch die Kurve bekamen, bevor wir dort erscheinen würden, denn schließlich will keiner von uns beiden mies aussehen.
Als wir ankamen, war der Laden schon halbvoll. Maja begrüßte uns inmitten einer Traube von Typen, die wie Zuchtpferde um Aufmerksamkeit buhlten, die meisten von denen habe ich noch nie gesehen. Betty verschwand gleich zu irgendwelchen Mädchen, die sich wohl kannten, was mir nur recht war. Maja war richtig euphorisch, als sie mich drückte, als würden wir uns schon Jahre kennen. Ich konnte schon richtig das Zähneknirschen der Typen hören, als sie mich nicht mehr loslassen wollte.
- „Es ist so schön dich wiederzusehen, Nik. Wie geht es dir ? Wo ist denn deine Freundin ?“
- „Ganz gut. Ehmm, Betty hat `ne Bekannte gerade da hinten irgendwo gesehen. Wir haben dir auch etwas zu trinken mitgebracht.“ Ich überreichte ihr eine Flasche Sekt, nicht so einen billigen.
- „Toll, das ist aber lieb von dir. Kannst Du sie in den Kühlschrank für mich legen, ja ? Ich wollte mich noch um ein paar ehemalige Schulkameraden kümmern.“
Sie zeigte auf einen Langhaarigen mit kleinen Rastalocken an den Ohren, der mir ein süffisantes Lächeln rüberschickte. Wenn er nicht schon high wäre, würde ich denken, daß er noch Ärger haben wollte. Dieses jugendliche Gehabe, so cool sein zu müssen, ging mir voll auf die Nerven. Außerdem kriegte er nicht mal richtig die Augenlider hoch, als Maja mit ihm sprach. Auf daß sie mir die anderen noch vorstellte, verzichtete ich liebend und nickte zu den anderen leicht herüber, gleichzeitig mit dem Blick in die Menge, als würde ich jemand suchen, um bloß nicht den ganzen Abend dort herumstehen zu müssen. Ich bahnte mir den Weg in die Küche an einigen niedlichen Girlies vorbei. Alle waren mindestens ein, zwei Köpfe kleiner als ich. Ich merkte, wie sie sich nach mir umdrehten und meine Nackenhaare leicht aufragten. In der Küche sah ich dann auch Betty, wie sie mit einer alten Freundin und ihrem Macker munter quatschte. Wenigstens würde sie nicht den ganzen Abend an meiner Seite rumstehen und sich langweilen, sagte ich mir. Sie plauderte ununterbrochen weiter, als ich den Sekt lagerte und mir ein Bier rausholte. Beim Vorbeigehen drückte ich ihr einen Kuß auf die Wange, als Strafe sozusagen, daß sie mich nicht schon vorher den beiden vorgestellt hatte.
- „Ach ja, das ist Nik. Und das ist Zoe, mit ihrem Freund Pietro. Zoe war mit mir damals auf dem Gymnasium. Das war von der fünften bis zur zehnten Klasse, nicht ?“
- „Jaja, stimmt. Wir waren alle gemeinsam auf dem Gymnasium!“
- „Hallo miteinander, habt euch wohl lange nicht mehr gesehen, was ?“ Die beiden sahen sehr südländisch aus, und so, wie sie sich umklammerten, waren sie wohl noch frisch verliebt.
- „Jaja. Richtig. Sechs Jahre sind es bestimmt“ sagte sie mit ihren leuchtenden Augen.
- „Und du bist bestimmt Italiener, oder ?“ fragte ich ihn.
- „Richtig! Ist das denn so auffällig? Ich dachte ohne Goldkettchen würde man mich vielleicht auch als Griechen sehen.“ Er lachte mir entgegen und drückte sie dabei noch ein bißchen mehr an sich, während ihre Hand auf seiner Brust ruhte. Er sah wie ein typischer Italo aus, mit seinen pomadigen Haaren und seinem frauendahinschmelzenden Lächeln. Er mag so um die 25 gewesen sein. Vielleicht auch älter, aber dafür hatte er noch nicht genug Falten um den Mund herum gehabt.
- „Naja“, sagte ich, “ich habe einen Blick dafür und außerdem ist Pietro ein typisch italienischer Name. Ich kann sogar auch italienisch, aber dafür bin ich momentan noch nicht besoffen genug.“
Wir lachten nett zueinander, bloß Betty war etwas zurückhaltender geworden, deswegen entschloß ich mich diesen Ort zu verlassen, und sagte, daß ich noch etwas rumgehen wollte. Kaum hatte ich ihnen den Rücken zugewandt, ergriff auch schon Betty das Wort. Ich klaute mir noch schnell ein Bier zur Reserve, damit niemand später das Gefühl haben sollte, ich würde mich ihnen aufdrängen. Mit beiden Händen voll, konnte ich mindestens zwanzig Minuten alleine sein und mir in einer ruhigen Ecke erstmal die Leute beobachten. Ich setzte mich neben der Balkontür auf den Fußboden, so daß man nicht von allen gesehen wird und man selbst am besten die Leute beobachten kann. Direkt gegenüber von mir war die Musikanlage. Daneben zwei Sessel, wo zwei Mädels den DJ spielten, und neben ihnen auf einem Sofa drei rumalbernden Typen, die in den Rauchschwaden wild herumwirbelten und obskure Muster in dem Licht, wo der Rauch schwebte, markierten. Fast schon psychedelisch wirkte dieses kleine Szenario auf mich. Die Jugend von heute raucht sich lieber high, als wie ich es noch kennengelernt habe. Gepflegt auf einer Fete alles an Alkohol reinziehen, was es gab, um später alles wieder auszukotzen. Nicht besonders lecker, aber so war es. Ich glaube, die Jugend von heute ist selbst im breitwerden sauberer geworden. Wenn da mal jemand kotzt, ist man gleich auch schwanger.
In der Ecke rechts von mir stand ein großer Tisch mit allem möglichem zu essen. Drum herum drei ältere Typen mit zwei genauso alten Frauen. Links von mir, sah ich weiter hinten das Bett, hinter einer Schrankwand versteckt. Ein kleines Licht brannte dort, als würde es sagen: „Achtung, strikt privat!“ Wie ein kleiner Leuchtturm. An der Schrankwand entlang, saßen noch mehr Leute auf dem Boden und quatschten zu zweit oder zu dritt über irgendwelche belanglose Themen. Ich fragte mich, ob sie sich gerade noch beschnupperten, und mit ihrem Wissen auftrumpfen wollten oder ob sie sich wirklich etwas zu sagen hätten. Im Flur sah ich die ganzen anderen Leute und die Girlies, die anscheinend niemanden kannten.
Maja und ihre Gang trollten sich aus meinem Blickfeld in Richtung Küche, da erst fiel mir auf, daß ich noch nirgends Nomi, die kleine Nervensäge erblickt habe. Wo mag sie wohl sein, fragte ich mich. Sie verspätet sich nie, wenn sie auf irgendwelchen Parties ist. Nur auf der Toilette könnte sie sein oder vielleicht holt sie auch noch jemanden in der Nähe ab. Ich schaute um mich rum, ob ich irgendeinen fragen könnte, der Nomi kennt, aber keiner schaute zu mir und außerdem fühlte ich mich wohl, daß mich keiner groß beachtet, also wozu fragen, sie wird ja irgendwann auftauchen oder Maja wird ja an mir mal vorbeikommen.
- „He, entschuldige mal, kannst Du mir sagen, wo du das Hemd gekauft hast ?“ Einer von diesen älteren Typen an der Schlachtplatte quatschte mich an. Der Geruch von Leberwurst läßt meinen freundli- chen Gesichtsausdruck schlagartig in eine angewiderte Grimasse verwandeln.
- „Dein Hemd, wo hast du es her ?“
- „Aus Paris, wieso ?“
- „Paris?“ Es war mir, als hätte dieser Arsch noch nie die süße Luft am Sacre Coeur geschmeckt. „Und was hat es gekostet ?“
- „79 Euro“, ließ ich ihn wissen, nahm einen ausgiebigen Schluck von meiner Flasche und drehte meinen Kopf nach links, um nicht weiter in seine Drecksvisage schauen zu müssen. Ich hasse es, blöd von der Seite angelabert zu werden und dann noch jemanden von unten anschauen zu müssen. Wenn ich jetzt aufstünde, würde ich ihm locker über den Scheitel spucken können. Aber der Typ verschwand schon wieder im Kreis seiner kreischenden Clique. Natürlich habe ich übertrieben mit dem Preis. Es hat keine 30 Euro gekostet, aber das ist egal. Den Ruf als arroganter Snob war mir aus der Ecke schon sicher. Ich fühlte mich unwohl, in ihrer Nähe zu ihren Füßen zu sitzen, aber ich nahm es mit Gelassenheit, auch wenn ich mir schon insgeheim ausdachte, wie ich dem ersten mit einem Tritt in die Eier eins verpassen könnte.
Dann wechselte die CD und es erklang der Soundtrack von Pulp Fiction. Meine Laune wurde besser, der Baß ließ meine Haßgefühle noch ein bißchen mehr aufwallen und mit den Füßen tippte ich im Takt. Mein zweites Bier ging langsam zur Neige, ich sah wie eins der Girlies, mit den kurzen braunen Haaren, mich erspähte und lächelnd den Kopf zur anderen schwenkte, die daraufhin an ihr vorbeischaute, bis sich unsere Blicke trafen. Ich mußte lachen. Immer diese Spielchen, wie früher. Lustig, aber viel zu jung. Selbst wenn ich solo wäre, hätte ich Bedenken, mich an ein so junges Ding ranzumachen. Sie war bestimmt schon 18, sah aber aus wie 16 und beide benahmen sich auch so. Aber diese jungen Früchte zu pflücken, das hatte ich schon lange hinter mir. Mit tiefen Wohlwollen erinnere ich mich daran, weiß aber genau, wie diese kleinen Biester einen fertig machen können. Erst hängen sie die Lolita vom Lande heraus, dann schlagen sie dir den Kopf ab. Man weiß nie, was in den kleinen Köpfen hervorgeht. Aber gerade das ist ja auch der Reiz am Ganzen.
Ich sah im rechten Augenwinkel, wie die Typen mich beobachteten, aber das machte mir nichts aus. Meine Augen waren wegen dem bissigem Rauch leicht zugekniffen. Ich überlegte, ob es nicht besser wäre den Standort zu wechseln. Bei „Girl, you´ll be a woman soon“ stand ich auf und ging zu dem Balkon um frische Luft zu schnappen und den nächsten Schritt zu überdenken. Sollte ich zurück, um nach Betty zu schauen oder mich bei Maja nach Nomi erkundigen ? Vom Balkon hatte man einen tollen Einblick in das Haus gegenüber. Nur wenige Lichter waren an und wie immer sah man nirgendwo ein fickendes Pärchen, welches man bespannen konnte, das hätte meiner Laune wenigstens einen gehörigen Kick gegeben und mich vielleicht später zum Tanzen veranlaßt.
- „Wo kennst Du denn die Maja her ?“ quietschte es neben mir. Es war die kleine Braunhaarige.
- „Von früher, ich bin ein Freund von Nomi.“
Ich schaute in zwei große Augen und in ein kleines Gesicht. Ich mußte automatisch an Heidi mit den japanischen Kulleraugen denken.
- „Ach so. Wir kennen sie vom Zeltlager.“
Völlig überrascht von der Präsenz dieses Mädchens schaute ich instinktiv Richtung Flur, wo das andere Mädchen uns mit einem Glas vor dem Mund anstarrte.
- „Da war sie eine der Aufpasserinnen. Es war total lustig mit ihr!“ quietschte sie wieder, sie war zweifellos schon angetrunken. Ihr rosafarbener Lippenstift war durch das Glas an ihrem Mundwinkeln verwischt. Hätte ich sie darauf aufmerksam gemacht, wäre eine Welt für sie zusammengebrochen.
- „Soso, wo war den euer Zeltlager ?“
Ich fühlte mich unwohl, wer weiß, was die Asis am Buffet über mich jetzt denken würden und schlimmer, was würde Betty über mich denken, wenn sie mich jetzt so sieht, schließlich hat sie die Sache damals immer noch nicht ganz verdaut.
- „In Bayern! Wir waren auch einen Tag in München, wo wir einen Mordsgaudi im Hofbräuhaus hatten...“
Plötzlich stach in mir das Gefühl auf, Betty könnte auch von so einem Arsch angegraben werden. Ich unterbrach das Mädchen, mit der Bitte auf mein Bier aufzupassen, da ich gerade dringend zur Toilette müsse, und ging zur Küche.
Als ich an dem anderen Mädchen mich vorbeidrängte, lächelte ich kurz und sah wieder in zwei glitzernde, vor Hoffnung und Vitalität strotzende Augen, dessen Körper nur in die Arme eines großen starken Mannes eingeschlossen werden mochten. Was war los ? Hatte ich heute eine besonders große Anziehungskraft auf abenteuerlustige Girlies und halbverstörten Asis, oder gab es gestern irgendwo im Kabel einen Liebesfilm mit einem Typen, der so aussah wie ich ? Egal. Betty unterhielt sich wirklich noch mit Zoe und Pietro, bloß hatten sich zwei junge Kerle hinter ihr an die Theke gesteckt und begutachten die Karosserie meiner Freundin und lachten dabei ebenso dreckig, wie ihre Gedanken wohl sein mochten. Einer sah sofort meinen bösen Blick, den ich ihm zuwarf und er erwiderte den Blickkrieg. Ich plazierte mich direkt hinter ihr und fragte sogleich Pietro, ob er noch ein Bier haben möchte. Die Kerle machten weiterhin ihre Witzchen, leiser jedoch als ich sie vorher vernahm, und Betty fühlte sich auch sichtlich wohler. Mir kam der Einfall, die Hosenscheißer zu den Girlies zu schicken, aber die waren schon genug bedient. Außerdem wollte ich mir noch ein Hintertürchen offen halten, für den Fall der Fälle.
Wir unterhielten uns noch ne halbe Stunde, bis Nomi auftauchte. Sie zerknautschte allen beim Umarmen die Klamotten und drückte jeden einen dicken Kuß auf die Wange, das machte sie immer so. Nur ich beließ es bei einer Umarmung, schließlich wollte ich nicht den Speichel von den anderen schmecken. Sie tanzte von einer Ecke in die andere, und smalltalkte sich durch alle Reihen, wo sie beliebt war, besonders dort, wo die Jungs alleine waren. Irgendwann unterhielt ich mich mit sonem anderen Kerl vor der Toilette. Wir warteten darauf, daß wir unsere Blasen leeren konnten. Er sah älter aus als die anderen. Einer von der Sorte mit einem 5-Tage-Bart und hellem, struppigem Haar. Nachdem er zuerst reinging, besuchte ich ihn später auf dem Balkon, wo wir uns über einzelne Gäste unterhielten. Er war ganz witzig, offenherzig und blau. Betty kam mal rüber, um sich nach meiner Laune zu erkundigen. Sie hatte auch schon einige Gläser Sekt intus und machte einen befreiten Eindruck auf mich.
Es war gut mal wieder wegzugehen und alle Sorgen zu vergessen. Die Party wurde langsam immer besser. Viele Leute waren auf einmal da und es war der Höhepunkt erreicht. Keine Alkoholknappheit war zu befürchten und Aggressionen wurden nur noch selten geschürt.
Irgendwann stand ich wieder alleine auf dem Balkon. Ich lehnte die Tür an seinen Rahmen, damit nur sehr wenig Stimmengewirr durchdrang und ich die Ruhe und Klarheit der Nacht genießen konnte. Ich zog den herrlichen Geschmack der Luft tief durch meine Nase. Der kalte Duft ließ mir einen angenehmen Schauer über den Rücken jagen. Manchmal sind solche Momente wertvoller, als der ganze Reichtum dieser Welt, manchmal ist es so erschreckend einfach glücklich zu sein.
Dann wurde auch schon die Stille rücksichtslos erschlagen und zwei Typen mit einem Girlie besudelten mein Reich mit respektloser Gewalt. Ich flüchtete, als ich merkte, daß sie hier länger bleiben wollten und einige sich dazu gesellten würden. Auf dem Weg in die Küche bemerkte ich, wie sich eins meiner Groupies mit nem Kerl in ihrem Alter gegenseitig in die Köpfe bissen. Sie versuchten sich gegenseitig zu verschlingen. Die Girl-Power machte ihrem Ruf alle Ehre. Irgendwann war ich so blau, daß ich mich Stunden später mit Betty auf dem Bett vergnügte. Wir waren schon sehr müde vom vielen trinken. Nur die laute Musik hielt uns vom Einschlafen ab. Das Stimmengewirr wurde leiser und der Rauch ließ nach. Wir dösten vor uns hin und ich dachte schon an morgen und was ich alles machen wollte, bis auf einmal dumpfes Geschrei erklang. Es polterte heftig gegen die Wände, als würde auf einmal ein Pferd wild seine Hufen um sich schlagen, und all die dort Kerle gegen die Wand schmettern. Gläser zerbrachen, und die Scherben flogen in unsere Richtung. Dann hörte ich nur noch wie viele Füße zum Balkon hinliefen, gefolgt von einem entsetzten Aufschrei. Meine Neugier drängte mich in den Pulk und neben den aufgerissenen Augen und schockierten Gesichtern schaute ich über die Brüstung und sah unten auf dem Trottoir einen Mann liegen, der vor gut zwei Minuten noch ein Mitglied unserer Partygesellschaft war. Betty saß auf dem Bett und fragte mich mit großen Augen, was los sei.
- „So`n Irrer hat sich vom Balkon gestürzt, wahrscheinlich hat er sich nur ein paar Rippen gebrochen, wegen irgendsoner Tussi. Warte hier, ich geh mal runter, schauen, was ich tun kann.“
Auf dem Weg durch die Wohnung sah ich alle wie wild durcheinander laufen, manche fragten, wie das passieren konnte, andere standen re- gungslos am Fenster. Tanja war am Telefon und gab der Ambulanz die Adresse durch. Ich machte die Musik aus und ging runter, wo mir als erstes Nomi auffiel, die sich um den armen Teufel kümmerte. Die Witterung schien mir auf einmal um zehn Grad kälter. Blut floß um seinen Körper herum und ebnete sich seinen Weg zum Rinnstein. Sein Körper hat eine merkwürdige Haltung eingenommen. Er lag auf dem Rücken, alle viere von sich. Seine rechten Glieder waren verdreht, so als würde er im Laufen nach hinten winken wollen. Die Augen waren geschlossen, das Gesicht aber in Falten gelegt, aus der Nase und dem Mund rann Blut übers Gesicht in sein Ohr. Nomi wandte sofort Erste Hilfe an, während ein anderes Mädchen neben ihr die ganze Zeit seinen Namen rief, in der Hoffnung, ihn wieder in unsere grausame Welt holen zu können. Ich sah mir das ganze Geschehen regungslos an. Es waren genug andere hier, die helfen konnten und ich dachte mir, daß es vielleicht ganz cool wäre, gerade jetzt sich eine Zigarette anzustecken und langsam in den Schatten der Straße zu verschwinden.
Ich sah zum Balkon hinauf, etwa vier, fünf Meter waren es wohl. Mit Schwung von dort oben runter zu sausen war wohl, wie mit 150 Sachen gegen eine Wand zu fahren, bloß daß sein Airbag nur aus Haut, Knochen und Zähnen bestand. Als immer mehr kamen und mich wegrempelten, hörte ich von weitem schon das Martinshorn. Erstaunlich wie schnell die manchmal sein können. Oben war es auf einmal taghell, man sah überall Flaschen und Cracker auf dem Boden verstreut. Betty unterhielt sich mit mehreren anderen, sie sagten, daß der Typ aus Eifersucht auf seine Freundin, sich runterstürzte. Sie hatte ihm gesagt, daß sie wegen eines anderen Kerls Schluß machen wollte. Einige Typen erzählten, daß sie von ihm umgerannt worden seien und ihn nicht mehr aufhalten konnten.
Die Party war zu Ende, ich sah nur noch, wie die Sanitäter ihn mitnahmen und ich verschwand mit Betty und einigen anderen, da ich wußte, daß wenn gleich die Bullen auftauchten, wir beide gar nicht mehr zum Schlafen kommen würden. Ich sagte noch zu Tanja, daß sie sich keine Sorgen machen sollte, daß würden schon seine Leute alles klären und die Bullen bräuchten eh nicht alle zu vernehmen. Vor der Haustür sah ich noch einmal auf die Straße, wo er gelegen hat. Das Blut floß zäh in seinem Glanz Richtung Gulli.
Ruhig gingen wir zum nächsten Taxistand und ließen uns heimwärts fahren. Nur gelegentlich kam das Gespräch darüber auf, aber ich fing sofort an alles zu beschwichtigen, damit keiner auch noch in Depressionen verfällt. Betty lenkte ich mit Alltagsproblemen ab, damit auch sie leichter einschlafen konnte, aber dieses Erlebnis könnte sich auch negativ in ihren Träumen ausdrücken, obwohl ja der Tod in allen Träumen fast immer als positives Zeichen zu verstehen ist. Mit diesem letzten Gedanken schlief ich ein.
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Es dauerte zwei Wochen, bis ich Betty´s Vergewaltiger fand. Ich zitterte stark, als ich ihn das erste Mal zu sehen bekam. Ich beobachtete ihn solange, bis ich seinen Tagesablauf genau kannte.
Eines Nachts verabschiedete ich mich von Betty, ich würde mir eine Live-Sendung bei Freunden ansehen. Ich wartete, bis der Unglückliche besoffen durch den Park schlenderte. Mit einem gewaltigen Schlag sackte er zu Boden. Der ausgeliehene Baseballschläger hielt, was er versprach. Ich packte ihn am Kragen und schleifte ihn zu dem Wagen...
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Mehr gibts auf Anfrage ;)

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